Gedanken zum Sinn und Unsinn von Nachrichten-Apps

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Messenger Programme und deren Dienste sprießen wie die Pilze aus dem Boden. Neben den Platzhirschen wie WhatsApp gibt es eine schier unüberschaubare Menge an Nachrichtendiensten. Der Bitkom e.V. hat eine aktuelle Marktverteilung und Nutzungsstatistik für Deutschland veröffentlicht in der die größten Dienste genannt werden.

Ohne Messenger geht es nicht (Mehr) – doch welchen nehmen?

Ich selber habe aktuell ca. 5-8 Messenger-Dienste, allein auf meinem iPhone installiert. Aus Prinzip jedoch nicht den Marktführer, aber dazu später mehr. Je nach dem wie eng man eine Messenger-App jetzt definiert, zählen z.B. auch Anbieter/Apps wie „Slack“ dazu, die ihren Fokus aber mehr auf Team- und Projektkommunikation ausgerichtet haben. Typische Vertreter für Nachrichtendienste sind eher Threema, Telegram, Wire, iMessage uvm.

Hand aufs Herz – letztendlich nervt es aber, für ein und die gleiche Funktionalität drölfzehn verschiedene Apps nutzen zu können / müssen / wollen. Und damit sind wir beim eigentlichen Kernproblem all dieser Dienste, ob nun verschlüsselt, dezentral, Cross- oder Multi-Plattform geeignet, alle können jeweils nur mit sich selbst kommunizieren: „Club-Member only!“

Jeder dieser Anbieter hat quasi seinen eigenen Sandkasten gebaut und wer darin nicht mit spielen will, der ist halt raus aus der „Community“, bzw. kommt erst gar nicht rein. Es ist daher nur allzu selbstverständlich, dass das Gros der Anwender sich auf den Markführer einschießt und sich auch nicht weiter mit anderen Möglichkeiten rumkatzebalgen will – das machen nur Nerds…

Die SMS ist nach wie vor für alle offen

canned-phone-568056_1280fgDer kleinste gemeinsame Nenner für eine Kurznachricht ist nach wie vor die SMS – da beißt die Maus kein Faden ab. Und in Zeiten von Flat-Tarifen zieht die Kostenargumentation auch nicht mehr so richtig.

Klar ist jedoch auch, das der Versand von Medien (Bilder, Dokumente, etc.) damit nicht geht. Wenn ich aber jemanden mit Gewissheit eine Text-Nachricht zukommen lassen möchte, ich aber nicht weiß, was für einen Messenger mein Adressat nun benutzt, kann ich mich aber darauf verlassen, dass eine klassische SMS immer funktioniert. Und selbst wenn ich sogar die passende Messenger-App gehabt hätte, per SMS geht es dann halt einfacher von der Hand – fertig erster.

„iMessage“ – der Ansatz ist gut

Apple hat mit iMessage eigentlich die perfekt Lösung geschaffen, um die zuvor beschrieben Situation galant zu umgehen  – zu mindestens für Apple-User. Egal ob ich das iPhone oder auch einen Mac nutze, ich schreibe in iMessage eine Text-Nachricht und kann diese an jeden beliebigen Kontakt mit einer Handy-Nummer versenden. Wer ebenfalls ein Apple Gerät oder die iCloud nutzt bekommt eine iMessage, alle anderen eine SMS. Aus Sicht des Apple-Anwenders die beste und komfortabelste Lösung – und wie wir durch einschlägige Berichte wissen, auch eine der sichersten.

Apple hat es aber noch weiter getrieben, selbst das Telefonieren via iMessage ist möglich. Leider hat Apple jedoch nicht vor iMessage auch für andere Betriebsysteme/Plattformen anzubieten. So wird es in naher Zukunft also wohl keine Windows oder Android Version geben. Obwohl prinzipiell offen, ist iMessage in gewisser Weise damit auch wieder nur ein Sandkasten – was sehr bedauerlich ist, keine Frage.

Jetzige MArktSplitterung kann/darf nur Brückentechnologie sein

Man stelle sich mal vor beim Telefonieren wäre es ähnlich wie jetzt mit den Messengern. Ich kann nur mit jemanden Telefonieren, wenn der auch die gleiche Telefon-App hat (bspw. Skype). Den Wahnsinn, den solch ein App-Gehampel für das Telefonieren bedeuten würde, kann man sich leicht vorstellen.

Auch für Nachrichten-Apps wird diese „Hersteller-Gängelung“ auf Dauer keine adäquate Lösung bleiben können. Es bedarf einer anderen Herangehensweise, um eine technologisch sinnvolle wie praktikabel nutzbare Nachrichten-App zu etablieren. Als abstrakte Analogie ist es vielleicht ähnlich wie im Office-Bereich vorstellbar. Es kann gerne mehrere Oberflächen geben (MS, OpenOffice, Pages, u.a.), aber das zu versenden Datenpaket muss von allen erzeugt und auch gelesen werden können. Oder um es aus der Perspektive der Telefonie zu beschreiben, trotz 100te verschiedener Handy-Fabrikate, können untereinander doch alle miteinander telefonieren – einfach so.

Ein Protokoll, um sie alle zu „KNECHTEN“

Es bedürfte letztendlich eines standardisiertem Messenger-Protokolls das alle Nachrichtendienste und deren Apps für sich lizenzieren und nutzen könnten. Darauf aufgesetzt oder drum herum gebaut, könnte jede Nachrichten-App dann immer noch diverse Exklusiv-Angebote ermöglichen, aber die Kernkommunikation muss über alle Messanger gewährleistet sein.

Eigentlich gibt es das schon, denn das Internet funktioniert als solches genau so! Und zum Glück hat sich durch die breite Akzeptanz und dem Einsatz von Standards wie bspw. HTML5 oder CSS3 aus Sicht der Anwender / Nutzer die richtige Entwicklung etabliert. Langjährige Internetnutzer werden sich bestimmt noch an Meldung wie diese erinnern: „Diese Website ist für Browser XYZ optimiert.“

Trotz eines Protokolls könnte es, ähnlich wie es viele dezentrale Web-Server gibt, auch dezentrale Kommunikations-Server geben. D.h. die Kommunikationsdienste für Messenger-Dienste könnten Provider unabhängig funktionieren, trotz oder auch gerade wegen standardisierter Protokolle.

Vielleicht ist das alles noch Utopie, aber so stelle ich mir aus Sicht des Anwenders die Zukunft vor. Und in der Retrospektive können wir ähnliche Entwicklungen auch immer wieder entdecken. Zuerst möchte jeder Hersteller sein Stück vom Kuchen alleine haben, doch nach und nach stellen sich dann die Synergien heraus und es wächst zusammen, was zusammen gehört.

Nur Fliegen fliegen Fliegen hinterher… oder warum ich WhatsApp ablehne

Zurück zur Gegenwart und damit abschließend wie angekündigt noch eine Anmerkung zum Platzhirsche auf dem Markt der Messenger: WhatsApp (WA)
Das Grundproblem von WA ist, ob jetzt verschlüsselt oder nicht, dass alle Telefonnummern mit Namen aus dem Adressbuch des jeweiligen Nutzers auf die WA-Server hoch geladen und synchronisiert werden. Anders gesagt, obwohl ich selber kein WA nutze, liegt meine Telefonnummer inkl. Namenszuordnung trotzdem auf den Servern von WA, weil z.B. meine Bekannten durch die WA-Nutzung  diese Daten billigend zur Verfügung gestellt haben. Der Komfort dazu ist klar, die WhatsApp-Nutzer werden so identifiziert und server-seitig „zusammengebracht“.

finger-769300_1280WA-Nutzer sollten sich aber darüber klar werden, dass sie sich durch die unbedachte Weitergabe ihrer vermeintlich eigenen Daten am Rande der Legalität bewegen. Im Kern machen sie sich der Datenhehlerei und des Datenmissbrauchs schuldig.

Doch es geht noch grotesker. Ich kenne Firmen, in deren IT-Abteilungen der Datenschutz aber sowas von weit oben aufgehangen ist, alles ist Top-Secret und viele Handy-Dienste werden extra gesperrt, doch im gleichem Atemzug wird dann die Installation von WA auf den Firmen-Handys zugelassen… Finde den Fehler!

Von Medien und Konsum

In dem Kontext möchte ich auch erwähnen, dass laut AGB und der Datenschutzerklärung von WA (Paragraph 9)  die Nutzung deren Dienste erst ab 16 Jahren und unter vollem Verständnis der zuvor genannten Erklärungen erlaubt ist. Leider muss ich beobachten, dass schon unter 10-jährige WA nutzen „dürfen“…

Es geht mir bei dieser Darstellung nicht darum jemanden einzuschüchtern oder zu verunsichern und bei weitem will ich hier nicht den Datenschutz-Papst oder den Moral-Apostel mimen. Die Anwender’innen solcher Dienste sollten sich aber mehr darüber bewusst werden, was sie da eigentlichen machen oder unterstützen. Hier geht es klar um den großen Bereich der Medien- oder auch Konsumkompetenz. Am Beispiel von WA wird es sehr deutlich was darunter zu verstehen ist.

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Allmählich wieder vollständig – Microsoft reicht Funktionen für Office 2016:mac nach

scrn00_OFC-MAC HeaderMit dem Juni-Update für die Office 2016 Version für Mac hat es Microsoft nun so gut wie geschafft, auch zuvor bestehende Funktionalitäten der Vorgängerversion wieder zu implementieren. Was Apple in Bezug auf die letzte Pages Version geschafft hatte, Funktionen zunächst wegfallen zu lassen, konnte Microsoft eben durchaus genauso gut. Die letztes Jahr veröffentlichte Mac-Version war funktional im Verhältnis zur Vorversion ziemlich beschnitten. Wer sowohl die Windows als auch die Mac Version kennt, wird nach wie vor immer noch Einschränkungen hinsichtlich Funktionen, aber auch in den Bedienungsmöglichkeiten in der Mac-Version finden.

Eigene „Symbolleisten“ heißen jetzt „Hauptregisterkarten“

Erfreulich ist jedoch, dass Microsoft neue wie eben auch alte Funktionen peu à peu mit nahezu jedem Update nachgeliefert hat. Man darf also davon ausgehen, dass auch in den kommenden Updates immer weitere Punkte hinzukommen werden. Beispielhaft möchte ich in diesem Beitrag die mit dem jetzigen Update (re-)implementierte Möglichkeit zur Konfiguration individueller Werkzeug- oder auch Symbolleisten vorstellen.

Screen01: Ansicht unter Word 2011:mac – frei positionierbare Symbolleiste (via Ansicht > Symbbolleisten)
Screen01: Ansicht unter Word 2011:mac – frei positionierbare Symbolleiste (via Ansicht > Symbbolleisten)

Im Vergleich zur Vorversion wurde diese Funktionalität jedoch nicht einfach 1 zu 1 wieder abgebildet (→ Screen 01). Vielmehr nutzt man nun konsequent die Möglichkeiten der Ribbon-Oberfläche und folgt dabei dem dazu definierten Menükonzept (→ Screen 02).

 

Screen 02: Oberfläche MS Word 2016 mit einem eigenen, fiktiven "Kreative-Breite"-Menübereich
Screen 02: Oberfläche MS Word 2016 mit einem eigenen, fiktiven „Kreative-Breite“-Menübereich

Bereiche innerhalb der Oberfläche Office 2016:mac

  1. Menüband mit eigenem Menübereich (Hauptregisterkarte) mit drei Werkzeuggruppen.
  2. Die „Schnellzugriff-Symbolleiste“
  3. Die  „Randleiste“ zur Navigation innerhalb des geöffneten Dokumentes
Konfiguration via Einstellungsmenü
Screen 03: Neuer Einstellungsbereich zur Konfiguration des Menübandes.
Screen 03: Neuer Einstellungsbereich zur Konfiguration des Menübandes.

Während man unter Windows direkt mit einem Rechtsklickt innerhalb des Menübandbereichs in die Konfiguration springen kann, gelangt man in der Mac-Version nur über den etablierten Weg des Programmmenüs in diesen Einstellungsbereich oder mit dem üblichen Tastenkürzel  „cmd+,“. Dort findet man dann die Kachel „Menüband und Symbolleiste“ (→ Screen 03).

Innerhalb dieses Einstellungsbereichs werden dann die eigenen, so genannten „Hauptregisterkarten“ angelegt und bearbeitet (→ Screen 04).

Screen 04: Einstellungsdialog zur Konfiguration von Menüs/ Hauptregisterkarten innerhalb des Menübands
Screen 04: Einstellungsdialog zur Konfiguration von Menüs/ Hauptregisterkarten innerhalb des Menübands

Diese selbstdefinierten Menübereiche können innerhalb des Einstellungsdialogs auch einfach per drag’n’drop im Menüband (Ribbon-Band) angeordnet, ein- oder ausgeblendet werden. Wichtig ist, dass jeder dieser Menübereiche zunächst mindestens einen Gruppenbereich erhält. Erst dann können die eigentlichen Werkzeuge oder Funktionen „eingebaut“ werden. Ein Menübereich aka Hauptregisterkarte kann jedoch mehrere solcher Gruppen enthalten (vgl. Screen 02 + 04: Gruppennamen „Montags, Dienstags, etc.“).

Nach erfolgter Erstkonfiguration oder auch evtl. späteren Änderungen ist darauf zu achten, den Einstellungsdialog unbedingt per [Übernehmen]-Taste zu verlassen und nicht einfach über den roten Schließen-Button. Ansonsten hat man sich viel Arbeit umsonst gemacht und erst danach sind die Änderungen auch im Menü selber zu erkennen. In der Mac-Version erhält man jedoch eine freundliche Warnmeldung, während man in der Windows-Welt direkt und gnadenlos für diesen Fehlklick bestraft wird. Leider tappen Win-User recht häufig in diese Falle, da man hier stark darauf konditioniert ist, alle und jede Befehls- oder Dialogfenster mit dem kleinen, roten Schließen-Button weg zu klicken…

Natürlich können diese Menü-Konfigurationen auch jeweils in Excel und Powerpoint vorgenommen werden – sie sind jedoch von einander unabhängig.

Die Schnellzugriffs-Symbolleiste (lang und länger)
Screen 05: Einstellungsdialog zur Konfiguration von der Symbolleiste für den Schnellzugriff
Screen 05: Einstellungsdialog zur Konfiguration von der Symbolleiste für den Schnellzugriff

Neben den Möglichkeiten das Menüband innerhalb der Standard Office-Programme nach vollkommen eigenem Gusto umzugestalten, kann zudem auch die Schnellzugriffleiste nach belieben ergänzt werden (→ Screen 05). Die Konfiguration erfolgt dabei in gleicher Art und Weise wie die des Menübands.

Wie in Screen 02 / Position 2 zu erkennen ist, befindet sich die Schnellzugriffs-Symbolleiste im linken, oberen Fensterbereich, direkt neben den Mac-typischen Fenster-Buttons. Diese Position ist fest vorgegeben. Die Länge, respektive die Menge der in der Schnellzugriffsleiste zu positionierenden Funktionen / Befehle, wird letztendlich nur durch die jeweilige Breite des Dokumentenfensters begrenzt. Ob man bei maximal machbarer Ausbaustufe jedoch immer noch von einem Schnellzugriff und nicht eher von einer „Wo-habe-ich-die-Funtion-eingebaut-Suche“ sprechen kann, ist jedoch die Frage. Idealerweise baut man im Bereich des Schnellzugriff also nur die Funktionen ein, die man während der Bearbeitung eines Dokumentes zu jeder Zeit glaubt erreichen zu müssen.

Mac/Win – Unterschiede bleiben nach wie vor

Grundsätzlich ist der Aufbau und das Menükonzept der Office-Programme in der Mac- und Win-Version deckungsgleich, doch in den Detail stößt man schnell auf Unterschiede. Einerseits ist das sicherlich den unterschiedlichen Bedienungsphilosophien der System geschuldet, andererseits wundert man sich schon, warum ein Produkt, welches eigentlich aus dem gleichen Hause stammt, so unterschiedlich daher kommt. Ein weiteres Beispiel liefert hier die „Randleiste“ (vgl. Screnn 02 / Pos. 3). Unter der Win-Version kann dieser abgesetzte Fensterbereich sowohl an der linken oder rechten Seite eines Dokumentenfensters angedockt, aber auch als frei schwebendes Fenster positioniert werden. Technisch wäre das auch unter dem Mac möglich, wie man in anderen Programmen sehen kann. Weitere Unterschied fallen oft innerhalb der Kontext-Menüs (Rechtsklick) auf. Unter Windows sind einige Funktionen damit direkter im Zugriff. So lässt sich ein Werkzeug innerhalb eines beliebigen Menüs einfach via Rechtsklick direkt zur Schnellzugriffsleiste hinzufügen oder auch wieder entfernen.

Aktuell lassen sich die individuell erstellen Menükonfigurationen auf dem Mac auch noch nicht Exportieren oder Importieren. Unter Windows geht das allerdings schon. Das ist sehr praktisch, wenn man z.B. mehrere Rechner oder Benutzer auf einem Rechner hat, die dann alle die gleiche Konfiguration erhalten sollen.

Fazit: Es bleibt zu hoffen, dass die Mac Business-Unit von Microsoft weiter nachlegen wird, um die kleinen aber feinen Unterschiede zur Win-Version aufzuholen. Mit dem letzten Update kann man aus meiner Sicht jedoch sagen, dass man jetzt durchaus ruhigen Gewissens von Version 2011 upgraden könnte – sicherlich aber nicht ohne einen zusätzlichen oder erneutem Konfigurationsaufwand.


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Gerne stehe ich für weitere Fragen oder zu einem persönlichen Praxisworkshop im Ladenlokal der Kreativen-Breite bereit. In einer halbtägigen Schulung lernen Sie so die Bedienphilosophie der Ribbon-Oberfläche und können diese anschließend effektiv nutzen. Auch biete ich individuelle Inhouse-Schulungen zu verschiedenen Software-Themen an. Schreiben Sie mir einfach eine E-Mail via kontakt@junctus.de mit ihren Kontaktinformationen und ich melde mich gerne zur individuellen Absprache bei Ihnen zurück.