Allmählich wieder vollständig – Microsoft reicht Funktionen für Office 2016:mac nach

scrn00_OFC-MAC HeaderMit dem Juni-Update für die Office 2016 Version für Mac hat es Microsoft nun so gut wie geschafft, auch zuvor bestehende Funktionalitäten der Vorgängerversion wieder zu implementieren. Was Apple in Bezug auf die letzte Pages Version geschafft hatte, Funktionen zunächst wegfallen zu lassen, konnte Microsoft eben durchaus genauso gut. Die letztes Jahr veröffentlichte Mac-Version war funktional im Verhältnis zur Vorversion ziemlich beschnitten. Wer sowohl die Windows als auch die Mac Version kennt, wird nach wie vor immer noch Einschränkungen hinsichtlich Funktionen, aber auch in den Bedienungsmöglichkeiten in der Mac-Version finden.

Eigene „Symbolleisten“ heißen jetzt „Hauptregisterkarten“

Erfreulich ist jedoch, dass Microsoft neue wie eben auch alte Funktionen peu à peu mit nahezu jedem Update nachgeliefert hat. Man darf also davon ausgehen, dass auch in den kommenden Updates immer weitere Punkte hinzukommen werden. Beispielhaft möchte ich in diesem Beitrag die mit dem jetzigen Update (re-)implementierte Möglichkeit zur Konfiguration individueller Werkzeug- oder auch Symbolleisten vorstellen.

Screen01: Ansicht unter Word 2011:mac – frei positionierbare Symbolleiste (via Ansicht > Symbbolleisten)
Screen01: Ansicht unter Word 2011:mac – frei positionierbare Symbolleiste (via Ansicht > Symbbolleisten)

Im Vergleich zur Vorversion wurde diese Funktionalität jedoch nicht einfach 1 zu 1 wieder abgebildet (→ Screen 01). Vielmehr nutzt man nun konsequent die Möglichkeiten der Ribbon-Oberfläche und folgt dabei dem dazu definierten Menükonzept (→ Screen 02).

 

Screen 02: Oberfläche MS Word 2016 mit einem eigenen, fiktiven "Kreative-Breite"-Menübereich
Screen 02: Oberfläche MS Word 2016 mit einem eigenen, fiktiven „Kreative-Breite“-Menübereich

Bereiche innerhalb der Oberfläche Office 2016:mac

  1. Menüband mit eigenem Menübereich (Hauptregisterkarte) mit drei Werkzeuggruppen.
  2. Die „Schnellzugriff-Symbolleiste“
  3. Die  „Randleiste“ zur Navigation innerhalb des geöffneten Dokumentes
Konfiguration via Einstellungsmenü
Screen 03: Neuer Einstellungsbereich zur Konfiguration des Menübandes.
Screen 03: Neuer Einstellungsbereich zur Konfiguration des Menübandes.

Während man unter Windows direkt mit einem Rechtsklickt innerhalb des Menübandbereichs in die Konfiguration springen kann, gelangt man in der Mac-Version nur über den etablierten Weg des Programmmenüs in diesen Einstellungsbereich oder mit dem üblichen Tastenkürzel  „cmd+,“. Dort findet man dann die Kachel „Menüband und Symbolleiste“ (→ Screen 03).

Innerhalb dieses Einstellungsbereichs werden dann die eigenen, so genannten „Hauptregisterkarten“ angelegt und bearbeitet (→ Screen 04).

Screen 04: Einstellungsdialog zur Konfiguration von Menüs/ Hauptregisterkarten innerhalb des Menübands
Screen 04: Einstellungsdialog zur Konfiguration von Menüs/ Hauptregisterkarten innerhalb des Menübands

Diese selbstdefinierten Menübereiche können innerhalb des Einstellungsdialogs auch einfach per drag’n’drop im Menüband (Ribbon-Band) angeordnet, ein- oder ausgeblendet werden. Wichtig ist, dass jeder dieser Menübereiche zunächst mindestens einen Gruppenbereich erhält. Erst dann können die eigentlichen Werkzeuge oder Funktionen „eingebaut“ werden. Ein Menübereich aka Hauptregisterkarte kann jedoch mehrere solcher Gruppen enthalten (vgl. Screen 02 + 04: Gruppennamen „Montags, Dienstags, etc.“).

Nach erfolgter Erstkonfiguration oder auch evtl. späteren Änderungen ist darauf zu achten, den Einstellungsdialog unbedingt per [Übernehmen]-Taste zu verlassen und nicht einfach über den roten Schließen-Button. Ansonsten hat man sich viel Arbeit umsonst gemacht und erst danach sind die Änderungen auch im Menü selber zu erkennen. In der Mac-Version erhält man jedoch eine freundliche Warnmeldung, während man in der Windows-Welt direkt und gnadenlos für diesen Fehlklick bestraft wird. Leider tappen Win-User recht häufig in diese Falle, da man hier stark darauf konditioniert ist, alle und jede Befehls- oder Dialogfenster mit dem kleinen, roten Schließen-Button weg zu klicken…

Natürlich können diese Menü-Konfigurationen auch jeweils in Excel und Powerpoint vorgenommen werden – sie sind jedoch von einander unabhängig.

Die Schnellzugriffs-Symbolleiste (lang und länger)
Screen 05: Einstellungsdialog zur Konfiguration von der Symbolleiste für den Schnellzugriff
Screen 05: Einstellungsdialog zur Konfiguration von der Symbolleiste für den Schnellzugriff

Neben den Möglichkeiten das Menüband innerhalb der Standard Office-Programme nach vollkommen eigenem Gusto umzugestalten, kann zudem auch die Schnellzugriffleiste nach belieben ergänzt werden (→ Screen 05). Die Konfiguration erfolgt dabei in gleicher Art und Weise wie die des Menübands.

Wie in Screen 02 / Position 2 zu erkennen ist, befindet sich die Schnellzugriffs-Symbolleiste im linken, oberen Fensterbereich, direkt neben den Mac-typischen Fenster-Buttons. Diese Position ist fest vorgegeben. Die Länge, respektive die Menge der in der Schnellzugriffsleiste zu positionierenden Funktionen / Befehle, wird letztendlich nur durch die jeweilige Breite des Dokumentenfensters begrenzt. Ob man bei maximal machbarer Ausbaustufe jedoch immer noch von einem Schnellzugriff und nicht eher von einer „Wo-habe-ich-die-Funtion-eingebaut-Suche“ sprechen kann, ist jedoch die Frage. Idealerweise baut man im Bereich des Schnellzugriff also nur die Funktionen ein, die man während der Bearbeitung eines Dokumentes zu jeder Zeit glaubt erreichen zu müssen.

Mac/Win – Unterschiede bleiben nach wie vor

Grundsätzlich ist der Aufbau und das Menükonzept der Office-Programme in der Mac- und Win-Version deckungsgleich, doch in den Detail stößt man schnell auf Unterschiede. Einerseits ist das sicherlich den unterschiedlichen Bedienungsphilosophien der System geschuldet, andererseits wundert man sich schon, warum ein Produkt, welches eigentlich aus dem gleichen Hause stammt, so unterschiedlich daher kommt. Ein weiteres Beispiel liefert hier die „Randleiste“ (vgl. Screnn 02 / Pos. 3). Unter der Win-Version kann dieser abgesetzte Fensterbereich sowohl an der linken oder rechten Seite eines Dokumentenfensters angedockt, aber auch als frei schwebendes Fenster positioniert werden. Technisch wäre das auch unter dem Mac möglich, wie man in anderen Programmen sehen kann. Weitere Unterschied fallen oft innerhalb der Kontext-Menüs (Rechtsklick) auf. Unter Windows sind einige Funktionen damit direkter im Zugriff. So lässt sich ein Werkzeug innerhalb eines beliebigen Menüs einfach via Rechtsklick direkt zur Schnellzugriffsleiste hinzufügen oder auch wieder entfernen.

Aktuell lassen sich die individuell erstellen Menükonfigurationen auf dem Mac auch noch nicht Exportieren oder Importieren. Unter Windows geht das allerdings schon. Das ist sehr praktisch, wenn man z.B. mehrere Rechner oder Benutzer auf einem Rechner hat, die dann alle die gleiche Konfiguration erhalten sollen.

Fazit: Es bleibt zu hoffen, dass die Mac Business-Unit von Microsoft weiter nachlegen wird, um die kleinen aber feinen Unterschiede zur Win-Version aufzuholen. Mit dem letzten Update kann man aus meiner Sicht jedoch sagen, dass man jetzt durchaus ruhigen Gewissens von Version 2011 upgraden könnte – sicherlich aber nicht ohne einen zusätzlichen oder erneutem Konfigurationsaufwand.


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Gerne stehe ich für weitere Fragen oder zu einem persönlichen Praxisworkshop im Ladenlokal der Kreativen-Breite bereit. In einer halbtägigen Schulung lernen Sie so die Bedienphilosophie der Ribbon-Oberfläche und können diese anschließend effektiv nutzen. Auch biete ich individuelle Inhouse-Schulungen zu verschiedenen Software-Themen an. Schreiben Sie mir einfach eine E-Mail via kontakt@junctus.de mit ihren Kontaktinformationen und ich melde mich gerne zur individuellen Absprache bei Ihnen zurück.

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